Das Robert-Koch-Institut im Profil

Die Doktorandin Jenny La Verde aus Venezuela arbeitet im Labor des Wernigeröder Robert-Koch-Instituts. Bild vergrößern Die Doktorandin Jenny La Verde aus Venezuela arbeitet im Labor des Wernigeröder Robert-Koch-Instituts. (© picture-alliance/ dpa)

Das Robert Koch-Institut ist eine der wichtigsten Einrichtungen für den Gesundheitsschutz in Deutschland. Es dient dem Bundesgesundheitsministerium als zentrale wissenschaftliche Institution auf dem Gebiet der Biomedizin. Das Institut verbindet Risikoerforschung mit Politikberatung. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen der Schutz vor Infektionskrankheiten und die Analyse der Gesundheitssituation in Deutschland.

Das klassische Arbeitsfeld des Robert Koch-Instituts ist die Erforschung von Infektionskrankheiten. Verschiedene Teams unter suchen beispielsweise mit molekularbiologischen Methoden die Eigenschaften und Übertragungswege von bestimmten Bakterien, von Viren oder dem BSE-Erreger. Zudem wird auf der Basis des Infektionsschutzgesetzes – das die Stellung des Instituts als zentrale Einrichtung des Gesundheitswesens gestärkt hat – das Auftreten zahlreicher Infektionskrankheiten bundesweit erfasst und ausgewertet.

Darüber hinaus werden am Robert Koch- Institut die Verbreitung und Trends bei vielen nicht ansteckenden Erkrankungen untersucht und die Daten der Bundesländer über die Häufigkeit von Krebsleiden gebündelt. Seine Wissenschaftler führen Befragungen in der Bevölkerung durch und analysieren Lebensqualität und Gesundheitsrisiken der Menschen in Deutschland. Diese Analysen fließen in eine regelmäßige Gesundheitsberichterstattung ein – neben der Erforschung von Infektionskrankheiten ist sie zu einem Markenzeichen des Instituts geworden. Das Robert Koch-Institut erarbeitet für die Länderbehörden und die Ärzteschaft Empfehlungen – beispielsweise welche Impfungen vorgenommen werden sollten oder wie sich Infektionen im Krankenhaus vermeiden lassen. Es stellt eine »schnelle Eingreiftruppe« bereit, um regionale Seuchenausbrüche aufzuklären. Zudem werden unter seiner Federführung Seuchen- Alarmpläne für außergewöhnliche Fälle vorbereitet – etwa die Entstehung einer weltweiten Grippeepidemie. Für verschiedene Bakterien- und Viruserkrankungen sind am Robert Koch-Institut Nationale Referenzzentren und Konsiliarlaboratorien angesiedelt, die bei Krankheitserkennung und -bekämpfung als zentrale Ansprechpartner dienen. Das Institut kooperiert mit vielen Institutionen in Deutschland und weltweit, darunter der Weltgesundheitsorganisation.

Ein neues Aufgabengebiet, das dem Robert Koch-Institut übertragen wurde, ist die biologische Sicherheit. Das im Jahre 2002 gegründete Zentrum für Biologische Sicherheit entwickelt Verfahren zur Schnelldiagnostik bioterroristisch relevanter Erreger und modelliert Szenarien zur Abwehr bioterroristischer Anschläge. Das Zentrum ist auch Kontaktstelle für nationale und internationale Einrichtungen auf dem Gebiet der Bioterrorismusabwehr. Die Informationsstelle des Bundes für Biologische Sicherheit, Teil des Zentrums, steht für Anfragen aus Bevölkerung und Fachöffentlichkeit zur Verfügung.

Ein weiteres neues Aufgabengebiet ist durch das 2002 in Kraft getretene Stammzellgesetz dem Institut übertragen worden. Import und Verwendung humaner embryonaler Stammzellen in Deutschland bedürfen nach dem Stammzellgesetz einer Genehmigung. Der Antrag auf Erteilung der Genehmigung ist beim Robert Koch-Institut zu stellen.

Das Robert Koch-Institut hat seinen Hauptsitz sowie zwei Außenstellen in Berlin und einen Standort in Wernigerode im Harz. Unter seinen rund 880 Mitarbeitern sind etwa 370 Wissenschaftler (einschließlich Doktoranden und Trainees). Hinzu kommen zahlreiche Diplomanden und Auszubildende. Für seine Forschungsvorhaben wirbt es Drittmittel ein. In Projektgruppen werden spezielle wissenschaftliche Fragen bearbeitet, Nachwuchsgruppen fördern die Arbeit junger Forscher. Ein interner Forschungsrat und ein externer wissenschaftlicher Beirat prüfen die Qualität der geleisteten Arbeit.

Robert-Koch-Institut