Bilaterale Kulturbeziehungen

Die bilateralen Kulturbeziehungen zwischen Deutschland und Estland haben sich seit Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahre 1991 intensiv entwickelt. Deutschland wird als vertraute Kulturnation und enger Partner angesehen, der mit Estland durch viele historische Wurzeln kulturell verbunden ist.

Rechtliche Grundlage der kulturellen Beziehungen ist das deutsch-estnische Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit vom 29.04.1993, das seit 13.06.1994 vorläufig angewendet wurde und am 15.08.2002 in Kraft getreten ist.

Bereits 1992 wurde das Deutsche Kulturinstitut (DKI) in Tallinn gegründet, 1995 folgte die Eröffnung des Deutschen Kulturinstituts (DKI) in Tartu. Seit 1998 ist das Goethe-Institut (GI) in Tallinn vertreten. Während der Hauptauftrag des Goethe-Instituts in der Durchführung von Kulturprogrammen und der pädagogischen Verbindungsarbeit besteht, kommt der Tätigkeit des DKI Tallinn in der Verbreitung der deutschen Sprache besonderes Gewicht zu. Beide Institutionen sind durch einen Kooperationsvertrag miteinander verbunden. Das GI hat deutsche Lesesäle in Tallinn und Pärnu eingerichtet.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat Lektorate für Deutsch an der Universität Tartu und an der Universität Tallinn sowie ein Fachlektorat für Rechtswissenschaft an der Universität Tartu eingerichtet. Der Fachberater Deutsch der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen koordiniert die Arbeit der Deutschlehrer, die an estnischen Schulen unterrichten. Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützt weiterhin ihr Fortbildungszentrum für deutsche Sprache und Landeskunde am Deutschen Kulturinstitut Tartu. In der deutschsprachigen Abteilung einer estnischen Oberschule in Tallinn (Tallinna Saksa Gümnaasium) wird seit 2002 sowohl das deutsche als auch das estnische Abitur erworben.

Die Zunahme an Städte-, Kirchen- und Schulpartnerschaften sowie das Interesse an den zahlreichen Austauschprogrammen ergeben eine gute Zukunftsprognose für ein dichtes kulturelles Netzwerk, das durch den EU-Beitritt Estlands noch verstärkt worden ist.

Es ist Aufgabe der Botschaft, die vielschichtigen Aktivitäten der Akteure der kulturellen Zusammenarbeit zu koordinieren und gemeinsam mit den öffentlichen und privaten Kulturmittlern ein vielfältiges Bild von Deutschland in Estland zu vermitteln. Um dieses Ziel zu erreichen, kommt unter dem Vorsitz des Botschafters oder des Kulturreferenten der Botschaft Tallinn regelmäßig eine Runde der in Estland vertretenen Mittler zu einem Informationsaustausch zusammen.

VERZEICHNIS DER IN ESTLAND TÄTIGEN DEUTSCHEN KULTUR- UND BILDUNGSEINRICHTUNGEN 

Bilaterale Kulturbeziehungen

Nobelpreisträgerin für Literatur 2009 in Tallinn

Herta Müller deutsche Literaturnobelpreisträgerin

Am 16. April 2011 fand in der Estnischen Nationalbibliothek ein Treffen mit HERTA MÜLLER statt. Die Trägerin des Literaturnobelpreises 2009 las aus ihrem Roman "Atemschaukel". An der Podiumsdiskussion beteiligten sich die Schriftstellerin Viivi Luik und der Historiker Toomas Hiio. Moderation: Eero Raun.

"Tallinn: kleine Geschichte der Stadt"

Botschafter Hanz und Karsten Brüggemann bei der Buchpräsentation

Am 4. Mai 2011 fand in der Residenz des Botschafters die Präsentation des  2011 erschienenen Buches "Tallinn: kleine Geschichte der Stadt" von Karsten Brüggemann und Ralph Tuchtehagen statt. Lesen sie dazu die aus diesem Anlass gehaltetene Rede des Botschafters Dr. Martin Hanz.

"Im freien Estland" nun auch auf Estnisch

Im Jahre 2004 erschienen in Deutschland die Erinnerungen des ersten deutschen Botschafters, Henning von Wistinghausen, an seine 1991–1995 in Estland verbrachte Zeit. Dieses umfangreiche Werk wurde nun in die estnische Sprache übersetzt und erlebte am 16. April 2008 in der Residenz des Botschafters seine Präsentation.